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Rechtsnews 01.11.2016 Raphaela Nicola

Prozess um „Horror-Haus“ von Höxter

Der Auftakt im Prozess um das „Horror-Haus“ von Höxter hat vor dem Landgericht Paderborn begonnen. Hierbei kommen immer mehr grausame Details der Gewaltexzesse des Horrorpaares ans Licht.

Was ereignete sich in Höxter?

Am 26. Oktober 2016 hat der Prozess im Fall Höxter vor dem Landgericht Paderborn begonnen. Wilfried und Angelika W. sind wegen zweifachen Mordes durch Unterlassen und wegen mehrfacher gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Sie beschuldigt ihn als treibende Kraft, seine Verteidiger behaupten wiederum, sie habe das Kommando bei den Gewalttaten gehabt. Oberstaatsanwalt Ralf Mayer sagte im Prozessauftakt, dass die Opfer mit schwersten körperlichen Misshandlungen und seelischen Grausamkeiten gefügig gemacht werden sollten. Die beiden Mutmaßlichen Täter sollen ihre späteren Todesopfer mit Tritten, Schlägen, Verbrühungen und Gift misshandelt haben. Das angeklagte Ehepaar soll den Frauen zuerst die große Liebe des 46-jährigen Wilfried W. vorgegaukelt haben. Angelika W. gab sich dabei zunächst als Schwester von W. aus. Über Jahre hinweg sollen die beiden Angeklagten die Frauen mit Zeitungsanzeigen in ihr Haus gelockt haben.

Frauen sollten als Sklaven gehalten werden

Das Ziel der Angeklagten soll gewesen sein, die Frauen für W. als seine „Leibeigene“ zu halten. Sie sollten für seine Zwecke von den Angeklagten systematisch misshandelt werden. Den Angaben zufolge ketteten sie ihre Opfer stundenlang an, traten ihnen ihre Beine weg oder verbrühten deren Haut. Die Frauen mussten nachts in der kalten Scheune schlafen. Eine der späteren Todesopfer sei außerdem fast in einer volllaufenden Badewanne ertrunken. Der anderen Frau sollen die beiden Täter „komplette Haarbüschel ausgerissen haben“. Zum Schluss hätten die Frauen nicht mehr laufen können. Das Täterduo habe laut Anklagevertreter um die „erheblichen Schmerzen“ der Frauen gewusst. Außerdem habe es auch erkennen müssen, dass deren Lage „zunehmend psychisch unerträglich“ wurde. Anika W. und Susanne F. aus den niedersächsischen Städten Uslar und Bad Gandersheim starben in Folge der Misshandlungen. Mit dem Todesopfer aus Uslar war der Angeklagte verheiratet. Ihre Leiche wurde allerdings nie gefunden. Eine weitere Frau aus Magdeburg entkam dem Täterpaar. Andere Frauen hätten die mutmaßlichen Täter um größere Geldmengen betrogen. Die Staatsanwaltschaft geht von mindestens acht Opfern aus.

Wie ist das Täterpaar aufgeflogen?

Am 21. April 2016 gegen 23 Uhr findet der Horror endlich ein Ende. Das Täterpaar flog auf, nachdem es versuchte die sterbende Susanne F. mit ihrem Auto zurück in ihre Wohnung nach Bad Gandersheim zu bringen. Dabei kam es zu einer Autopanne. Das Opfer starb aufgrund der körperlichen Misshandlungen im Krankenhaus. Somit wurde die Polizei auf die beiden aufmerksam und es kam zur Festnahme der Tatverdächtigen. Am 16. November wird der Prozess fortgesetzt. Angelika W. will sich dann zu den Vorwürfen äußern. Ihr Ex-Mann will nur seine Anwälte sprechen lassen. Die psychiatrische Auswertung von Angelika W. fehlt dem Gericht bislang noch. Das Gutachten von Wilfried W. liegt bereits vor. Hierzu wurden allerdings Zweifel an der wissenschaftlichen Aussagekraft geäußert. Frühestens Ende März wird ein Urteil in dem Mordprozess erwartet. Bis dahin sollen sich sieben Gutachter und 48 Zeugen zu Wort melden.
Quellen:
http://www.stern.de/panorama/stern-crime/fall-horrorhaus-in-hoexter—die-brueste-blutig-gebissen–180-mal–7110806.html
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/hoexter-prozess-beginnt-mit-grausamen-details-aus-horror-haus-14498862-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/justiz/id_79372364/hoexter-prozess-anklage-verliest-brutale-details-vom-folter-paar.html

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