Rechtsnews 16.05.2026 Christian Schebitz

Fake-EM-Maskottchen: Geldstrafe wegen Markenrecht

Einleitung: Wenn das Fake-EM-Maskottchen teuer wird

Das Fake-EM-Maskottchen und der damit verbundene Rechtsstreit zeigen eindrucksvoll, wie ernst das deutsche Markenrecht und das Urheberrecht im Bereich großer Sportveranstaltungen genommen werden. Wer sich an offiziellen Symbolen, Logos oder Figuren von Sportevents wie einer Fußball-Europameisterschaft bedient, ohne die entsprechenden Lizenzen zu besitzen, riskiert empfindliche Geldstrafen. Der aktuelle Fall, der nun für Schlagzeilen sorgt, ist nicht nur für Kreativschaffende, Händler und Unternehmen relevant, sondern auch für Privatpersonen, die vermeintlich harmlose Kostüme oder Merchandise-Artikel anfertigen oder verkaufen.

In diesem Artikel erfahren Sie, was genau passiert ist, welche rechtlichen Grundlagen dabei eine Rolle spielen und wie Sie sich als Verbraucher, Händler oder Kleinunternehmer vor ähnlichen Problemen schützen können.

Rechtlicher Hintergrund: Markenrecht und Urheberrecht bei Sportveranstaltungen

Große Sportveranstaltungen wie die Fußball-Europameisterschaft (EM) oder die Fußball-Weltmeisterschaft (WM) sind nicht nur sportliche Ereignisse, sondern auch hochprofitable Marken. Die veranstaltenden Verbände, allen voran die UEFA (Union of European Football Associations) und die FIFA (Fédération Internationale de Football Association), lassen ihre Logos, Maskottchen, Slogans und weitere Kennzeichen als Marken schützen. In Deutschland erfolgt dieser Schutz über das Markengesetz (MarkenG) sowie das Urheberrechtsgesetz (UrhG).

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Was schützt das Markengesetz?

Das MarkenG schützt eingetragene Marken, also Zeichen, die beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) oder auf europäischer Ebene beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) registriert sind. Dazu gehören Wortmarken (zum Beispiel der Name eines Maskottchens), Bildmarken (das grafische Erscheinungsbild) sowie kombinierte Wort-Bild-Marken. Wer diese Zeichen ohne Genehmigung des Markeninhabers nutzt, insbesondere im geschäftlichen Verkehr, begeht eine Markenverletzung gemäß Paragraf 14 MarkenG.

Die Folgen einer solchen Verletzung sind weitreichend: Der Markeninhaber kann Unterlassung, Schadensersatz und Auskunft verlangen. In schwerwiegenden Fällen kann es sogar zu strafrechtlichen Konsequenzen kommen. Paragraf 143 MarkenG sieht bei vorsätzlichen Markenverletzungen eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor.

Was schützt das Urheberrecht?

Neben dem Markenrecht spielt das Urheberrecht eine wichtige Rolle. Maskottchen von Sportveranstaltungen sind in der Regel kreative Schöpfungen, die als Werke der bildenden Kunst nach Paragraf 2 Absatz 1 Nummer 4 UrhG geschützt sein können. Das bedeutet: Wer eine dem Original nachempfundene Figur nachbaut, nachzeichnet oder in anderer Form nachahmt und diese öffentlich verwendet oder verbreitet, greift möglicherweise in die Urheberrechte des Schöpfers oder des Lizenznehmers ein.

Der Urheberrechtsschutz entsteht dabei automatisch mit der Schöpfung des Werkes, ohne dass eine Registrierung notwendig ist. Er dauert in Deutschland gemäß Paragraf 64 UrhG bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers an.

Aktuelle Entwicklung: Der Fall des Fake-EM-Maskottchens

Im aktuellen Fall wurde eine Person verurteilt, die als Fake-EM-Maskottchen aufgetreten war. Konkret handelte es sich um jemanden, der ein dem offiziellen Maskottchen der Fußball-Europameisterschaft täuschend ähnliches Kostüm trug und damit öffentlichkeitswirksam in Erscheinung trat. Das Gericht verhängte eine Geldstrafe, da das Auftreten als nachgeahmtes Maskottchen eine Verletzung der bestehenden Marken- und Urheberrechte darstellte.

Dieser Fall ist symptomatisch für ein weit verbreitetes Missverständnis: Viele Menschen glauben, dass das Tragen eines Kostüms oder das Nachahmen eines Maskottchens in der Öffentlichkeit eine Kleinigkeit sei, die keine ernsten Konsequenzen nach sich zieht. Das Gegenteil ist jedoch der Fall, insbesondere wenn die Nutzung im Zusammenhang mit kommerziellen oder öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten steht.

Praktische Tipps: Was Sie unbedingt beachten sollten

Wenn Sie planen, Kostüme, Figuren oder andere Gegenstände zu verwenden, die an bekannte Markenmaskottchen erinnern, sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen:

Erstens: Prüfen Sie, ob das betreffende Maskottchen oder Logo als Marke eingetragen ist. Eine Recherche im öffentlich zugänglichen Markenregister des DPMA oder des EUIPO gibt Aufschluss darüber, ob und in welchem Umfang Schutzrechte bestehen.

Zweitens: Unterscheiden Sie zwischen privatem und öffentlichem Gebrauch. Wer ein Kostüm rein privat, also ohne jegliche kommerzielle Nutzung, trägt, bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone. Sobald jedoch eine öffentliche Zurschaustellung, eine Vermarktung oder ein Auftritt in sozialen Medien mit Reichweite hinzukommt, steigt das Risiko einer Rechtsverletzung erheblich.

Drittens: Finger weg vom Verkauf nachgemachter Merchandise-Artikel. Wer gefälschte oder nachgeahmte Produkte mit den Kennzeichen einer Sportveranstaltung verkauft, begeht sowohl eine Markenverletzung als auch möglicherweise eine strafbare Produktpiraterie. Selbst auf Flohmärkten oder über Onlineplattformen ist die Rechtslage eindeutig.

Viertens: Holen Sie im Zweifelsfall eine Lizenz ein. Wer Maskottchen oder Logos für kommerzielle Zwecke nutzen möchte, muss eine entsprechende Lizenz beim Rechteinhaber erwerben. Diese Lizenzen sind zwar oft kostspielig, schützen aber vor rechtlichen Konsequenzen.

Fünftens: Lassen Sie sich im Zweifelsfall von einem Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz beraten. Dieser kann einschätzen, ob Ihre geplante Nutzung zulässig ist oder ob Sie mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen.

Was bedeutet das für Sie?

Der Fall des Fake-EM-Maskottchens hat Relevanz für eine Vielzahl von Personen und Gruppen. Für Verbraucher gilt: Wer Kostüme oder Merchandise-Artikel kauft oder trägt, die offiziellen Maskottchen täuschend ähnlich sehen, sollte sich über die Herkunft der Produkte im Klaren sein. Der Kauf nachgemachter Waren ist zwar in Deutschland für Privatpersonen strafrechtlich in der Regel nicht relevant, kann jedoch zivilrechtliche Konsequenzen haben, wenn zum Beispiel entsprechende Waren weiterveräußert werden.

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist die Lage deutlich ernster. Wer im Umfeld einer Sportveranstaltung Produkte oder Dienstleistungen anbietet und dabei auf die Popularität von Maskottchen oder Logos setzt, ohne eine Lizenz zu besitzen, läuft Gefahr, abgemahnt zu werden. Die damit verbundenen Kosten, Anwaltsgebühren, Unterlassungserklärungen, mögliche Schadensersatzforderungen, können existenzbedrohend sein.

Für Content Creator und Influencer gilt besondere Vorsicht. Wer auf sozialen Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube in einem Kostüm auftritt, das einem geschützten Maskottchen ähnelt, und dabei Werbung macht oder Reichweite generiert, kann schnell in den Fokus der Rechteinhaber geraten. Die Rechtsprechung hat in der Vergangenheit auch bei vermeintlich harmlosen Aktivitäten in sozialen Medien Markenverletzungen bejaht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft das sogenannte Ambush Marketing. Dabei handelt es sich um die Strategie von Unternehmen, die ohne offizielle Sponsorenlizenz versuchen, sich durch geschickte Werbemaßnahmen im Umfeld einer Sportveranstaltung zu positionieren. Auch dies kann markenrechtliche Konsequenzen haben, wenn dabei geschützte Kennzeichen verwendet werden.

Tabelle: Übersicht zu Rechtsgrundlagen und Konsequenzen

Rechtsverletzung Rechtsgrundlage Mögliche Folgen
Nutzung geschützter Marke ohne Lizenz § 14 MarkenG Unterlassung, Schadensersatz, Abmahnung
Vorsätzliche Markenverletzung § 143 MarkenG Geldstrafe oder bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe
Nachahmen urheberrechtlich geschützter Figur § 2, § 97 UrhG Unterlassung, Schadensersatz
Verkauf nachgemachter Merchandise-Artikel § 14 MarkenG, § 143 MarkenG Strafanzeige, Beschlagnahme, Schadensersatz
Ambush Marketing mit geschützten Zeichen § 14 MarkenG, UWG Unterlassung, Schadensersatz, Abmahnung
Öffentlicher Auftritt als nachgemachtes Maskottchen § 14 MarkenG, § 2 UrhG Geldstrafe, Unterlassungsklage

Fazit

Der Fall des Fake-EM-Maskottchens verdeutlicht, dass Marken- und Urheberrechtsverletzungen im Umfeld großer Sportveranstaltungen kein Kavaliersdelikt sind. Die Rechteinhaber, also die großen Sportverbände und ihre Lizenzpartner, gehen konsequent gegen Verstöße vor, und die deutschen Gerichte stellen sich klar hinter den gesetzlichen Schutz dieser Rechte. Wer vorhat, Maskottchen, Logos oder andere Kennzeichen von Sportevents zu verwenden, sollte sich im Vorfeld rechtlich absichern. Privatpersonen, Händler und Unternehmen sind gleichermaßen betroffen. Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel nachfragen als eine teure Abmahnung oder gar Geldstrafe zu riskieren. Das deutsche Recht schützt kreative Schöpfungen konsequent, und das gilt auch dann, wenn es sich um ein vermeintlich harmloses Kostüm handelt.

Hinweis und Haftungsausschluss

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Die rechtliche Lage kann sich je nach Sachverhalt unterscheiden. Bitte wenden Sie sich für eine individuelle Beratung an einen qualifizierten Rechtsanwalt. Nutzen Sie dazu folgende Angebote:

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Quellen und weiterführende Links








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