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News - Aktuelles rund ums Recht

  
Umsehen in: Home / Bundesgerichtshof

Bundesgerichtshof

Strafverfahren Verena Becker: Sechsmonatige Beugehaft für Prozesszeugin aufgehoben

Von Julia Brunnengräber am 11. Februar 2012

Wegen schwerer Krankheit und ärztlichen Attests ist die Beugehaft gegen die Zeugin Christa Eckes im Prozess gegen die Angeklagte Verena Becker aufgehoben. Das entschied der Bundesgerichtshof.

Der Sachverhalt

Vorgeworfen wird Verena Becker die Beteiligung an der Ermordung des damaligen Generalbundesanwalts Buback und seinen Begleitern Göbel und Wurster am 7. 4. 1977 – terroristisch motivierte Hintergründe werden dabei vermutet. Die Zeugin Christa Eckes sollte dazu aussagen. Sie hatte mit der Angeklagten Gespräche geführt und sollte über den Inhalt dieser vor Gericht wahrheitsgemäß sprechen. Das verweigerte sie. Sie argumentierte, sie setze sich mit dem, was sie sage, selbst der Strafverfolgung aus. Sie habe das Recht zu schweigen, die Aussage zu verweigern.

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Geschrieben in Strafrecht | Tagged Angeklagte Verena Becker, ärztliches Attest, Aussageverweigerungsrecht, Beugehaft, Bundesgerichtshof, Generalbundesanwalt Buback, Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, körperliche Unversehrtheit, Mord, Strafverfolgung, terroristisch motivierte Hintergründe, Zeugin Christa Eckes | Einen Kommentar schreiben

BGH: Apothekerin muss Inlandspreise für Medikamente aus Budapester Ausland erheben

Von Julia Brunnengräber am 3. Februar 2012

Medikamente, ob verschreibungspflichtig oder nicht, sind oft im Ausland günstiger. Wie ist es für deutsche Kunden möglich, Medikamente aus dem Ausland zu beziehen? Nach Plan eines Rabattmodells einer Freilassinger Apothekerin ist dies einfach. Der Prozess ist der folgende: Sie berät ihre Kunden, wird dies erwünscht. Daraufhin bestellt sie bei einer Budapester Apotheke, was benötigt wird. Deren vertriebene Medikamente wiederum stammen ursprünglich aus Deutschland, von einem Deutschen Großhändler. Was aus Budapest geliefert wird, ist günstiger und bietet einen Sparvorteil für die Kunden. Der sieht folgendermaßen aus: Ganze 22 Prozent Rabatt erhält ein Kunde für nichtverschreibungspflichtige Medikamente und 10 Prozent bei verschreibungspflichtigen. Doch ist dieses Rabattmodell auch rechtlich zulässig?

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Geschrieben in Handelsrecht | Tagged Arzneirechtliches Verbringungsverbot, Bundesgerichtshof, Freilassinger Apothekerin, inländische Apotheke, Rabattmodell, Schadensersatz, Unterlassung, verschreibungspflichtig, zulassungspflichtige Arzneimittel | Einen Kommentar schreiben

Übergang von Entgeltregulierung zur Anreizregulierung der Stromnetze

Von Manuela Frank am 1. Februar 2012

Im zugrundeliegenden Fall ging es um die Anreizregulierung von Energienetzen gemäß der Anreizregulierungsverordnung (ARegV).

Neufassung des § 9 ARegV

Der Bundesgerichtshof fällte am 28. Juni 2011 ein Urteil, demzufolge die gemäß § 9 Abs. 1 ARegV a.F. bestimmte “Berücksichtigung eines netzwirtschaftlichen Produktionsfortschritts in der Verordnungsermächtigung des § 21 a EnWG a.F.” keinerlei Gesetzesgrundlage fand. Am 22. Dezember desselben Jahres wurde ein Zweites Urteil gefällt, wonach die Regelung des § 21 a EnWG, die der Anreizregulierungsverordnung als Grundlage dient, geändert wurde. Darüber hinaus wurde auch § 9 ARegV teilweise erneuert. Dieser Paragraph bezieht sich auf den grundsätzlichen sektoralen Produktionsfaktor.

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Geschrieben in Kartellrecht | Tagged Anreizregulierung, ARegV, BGH, Bundesgerichtshof, Energienetz, Entgeltregulierung, EnVR, EnWG, Erlösobergrenze, Gesetzesänderung, kostenbasiert, Netzbetreiber, Produktivitätsfortschritt, Stromnetz, Verordnungsermächtigung | Einen Kommentar schreiben

BGH: Ehemaliger Herstellungsleiter des Fernsehkanals KI.KA zu Freiheitsstrafe verurteilt

Von Julia Brunnengräber am 26. Januar 2012

Der ehemalige Herstellungsleiter ging vor dem Bundesgerichtshof in Revision und wandte sich gegen die ihm zur Last gelegten Vorwürfe – ohne Erfolg, wie der BGH mit seinem Urteil beschloss.

“Scheinrechnungen” zwecks privater zusätzlicher Einnahmequelle

Der Angeklagte war bei dem Gemeinschaftsprogramm von ARD und ZDF Kinderkanal namens KI.KA als Herstellungsleiter in einem Angestelltenverhältnis tätig. “Federführend” für den Kinderkanal tätig ist der MDR. Zu den Aufgabenfeldern des Angeklagten gehörten die betriebswirtschaftliche Betreuung sämtlicher Produktionen, sowie auch die Betreuung von vielen Betriebsvorgängen. So hatte er weitgehend freie Hand im Betriebsgeschehen. Innerhalb des Betriebes wurden seine Tätigkeiten kaum einer Überprüfung unterzogen. Zudem konnte er an externe Stellen Aufträge vergeben, um Produktionen erstellen zu lassen. Mit einem solchen externen Geschäftsführer arbeitete er zusammen und gab an diesen Aufträge ab. Er stellte sie in Rechnung.  Die Leistungen dafür sind aber nicht erfolgt. Einen großen Anteil der so zustande gekommenen Bezahlung nahm der Angeklagte zu privaten Zwecken an sich.

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Geschrieben in Strafrecht | Tagged "Scheinrechnungen", ARD, Bestechlichkeit, Bundesgerichtshof, ehemaliger Herstellungsleiter, Einnahmequelle, Freiheitsstrafe, Ki.Ka, Kinderkanal, MDR, Untreue, ZDF | Einen Kommentar schreiben

Körperverletzung mit Todesfolge: Änderung im “20-Cent-Prozess” zu zweijähriger Jugendstrafe auf Bewährung

Von Julia Brunnengräber am 13. Januar 2012

Ein 19-Jähriger stand vor Gericht im sogenannten “20-Cent-Prozess”. Hierbei wurde ein Mann verprügelt, nachdem er von den Jugendlichen um 20 Cent angebettelt wurde und sie zurückwies. Er starb schließlich an den Verletzungen. Er und sein jüngerer Mittäter verübten an einer dritten Person Körperverletzung, die mit Todesfolge endete. Der Angeklagte war bereits verurteilt worden und zwar zu drei Jahren und vier Monaten Jugendstrafe. Doch der Fall ging vor den Bundesgerichtshof in Revision. Der BGH wies den Fall an die Vorinstanz zurück, mit der Aufforderung, die Dauer der Inhaftierung sei zu begründen. Im Jugendstrafverfahren müssen auch die erzieherischen Aspekte in Augenschein genommen werden, nicht einzig die die Schwere der Tat und der Umstände.

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Geschrieben in Strafrecht | Tagged Bewährung, Bewährungshelfer, Bundesgerichtshof, jugendpsychatrischer Sachverständiger, Jugendstrafverfahren, Körperverletzung, Revision, soziales Kompetenztraining, Todesfolge | Einen Kommentar schreiben

Schadensersatzklage vor BGH: Unterbliebene ad-hoc-Mitteilung eines Kreditinstituts bezüglich US-Subprimes

Von Julia Brunnengräber am 11. Januar 2012

Im vorliegenden Fall stehen unterlassene Ad-hoc-Mitteilungen nach § 37b WpHG im Mittelpunkt. Diesbezüglich hatte der Bundesgerichtshof eine Entscheidung zu fällen.

Schadensersatzklage wegen unterbliebener ad-hoc-Mitteilung eines Kreditinstituts

Eine Klägerin klagte ein Kreditinstitut an. Sie hatte von diesem Aktien erworben. Ihr Ziel war es, vor Gericht Schadensersatz zu erwirken. Unter anderem finanzieren sich mittelständische Unternehmen durch Zusammenarbeit mit diesem Kreditinstitut. Als weiteren Tätigkeitsschwerpunkt hatte dieses strukturierte Forderungsportfolien auf dem Kapitalmarkt. Die implizierten auch Forderungen aus dem US-Hypothekenmarkt. Ausfälle häuften sich auf diesem aufgrund von nachteiligen Entwicklungen für den Immobilienmarkt in den USA. Zinsen stiegen beispielsweise und Immobilien verloren an Wert, Kredite wurden basierend auf niedrigen Standards vergeben.

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Geschrieben in Bankrecht | Tagged ad-hoc-Mitteilung, Aktien, Aktienkurs, Bundesgerichtshof, Forderungsportfolien, Immobilien, Kreditinstitut, Marktsituation, Rettungsschirm, Rückverweisung, Schadensersatzanspruch, Schadensersatzklage, US-Hypothekenmarkt, US-Subprimes | Einen Kommentar schreiben

Aktienrechtlicher Differenzhaftungsanspruch bei einer Erhöhung des Sachkapitals

Von Manuela Frank am 3. Januar 2012

Im zugrundeliegenden Fall ging es um eine Sachkapitalerhöhung der Babcock Borsig AG, die im Jahr 1999 durchgeführt wurde. Die Preussag AG schloss bei dieser Kapitalerhöhung einen Transaktionsvertrag mit der Babcock Borsig AG und brachte jegliche “Geschäftsanteile an zwei Tochtergesellschaften sowie Aktien der Howalswerke Deutsche Werft AG (HDW) als Sacheinlage” für ungefähr dreieinhalb Millionen Aktien der Babcock Borsig AG ein (erste Tranche). Im Gegenzug versicherte die Babcock Borsig AG, zu einem späteren Termin Aktien der HDW zu erwerben im Gesamtwert von 325 Mio DM (zweite Tranche).

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Geschrieben in Aktienrecht, Gesellschaftsrecht | Tagged Aktie, Aufrechnung, Bundesgerichtshof, Differenzhaftung, Ertragszuschuss, Grundkapital, Hauptversammlung, Kaufpreisforderung, Sachkapital, Sachleistung, Tochtergesellschaft, Verbot | Einen Kommentar schreiben

BGH: Urteil für Brandstifter mit rechtsradikalen Motiven bestätigt: Fünfjährige Strafe

Von Julia Brunnengräber am 28. Dezember 2011

Im Mittelpunkt des folgenden Falles ist Brandstiftung von Tätern aus der “rechten politischen Szene”. Sie gingen in Revision gegen das Urteil des Landgerichts Limburg. Auch der Bundesgerichtshof hat das Urteil nun bestätigt.

Wohnhaus angezündet – Bewohner können sich durch Bemerken des Brands retten

Das Wohnhaus eines Mannes, der sich öffentlich gegen Rechtsextremismus engagiert und dessen Frau und Kinder sich in ebensolchem aufhielten, wurde angezündet. Die Täter wussten, dass sich Personen in dem Haus befinden. Es wurde vermutet, dass die Brandstifter gezielt vorgegangen waren. Stoff wurde während der Tat entzündet, Benzin in ein Gefäß geworfen und der  Eingangsbereich des Hauses in Brand gesetzt, eine Flucht war somit unmöglich. Teppich und Vorgang brannten schließlich im Inneren des Gebäudes. Die Frau, die sich im Haus befand, wurde auf den Brand aufmerksam und löschte ihn mit Hilfe der Nachbarin. Zwei der drei Kinder verließen das Haus eigenständig, eines der Kinder war im erkrankten Zustand noch während des Geschehens im Haus.

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Geschrieben in Strafrecht | Tagged Brandstiftung, Bundesgerichtshof, Feuer, gemeingefährliche Mittel, heimtückisch, Kinder, Landgericht Limburg, Mittäterschaft, niedere Beweggründe, rechte politische Szene, rechtsradikale Motive, Revision | Einen Kommentar schreiben

BGH: Verhandlung um etwaiges Oligopol von Mineralölunternehmen muss fortgeführt werden

Von Julia Brunnengräber am 28. Dezember 2011

Im Fokus dieses Falls ist der Rohstoff Erdöl. Zwar besteht bezüglich des Verkaufs von Diesel und Benzin kein Monopol. Vielmehr gibt es in Deutschland mehrere Mineralölunternehmen, deren Gebiet rund um das Erdöl abgesteckt ist. Jedoch ist derzeit in der Diskussion, ob denn ein Oligopol bestehe, ob wenige Anbieter den Markt beherrschen.

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Geschrieben in Kaufrecht, Wettbewerbsrecht, Wirtschaftsrecht | Tagged Aral/BP, Benzinpreise, Bundesgerichtshof, Bundeskartellamt, ConocoPhillips (Jet), Diesel, ExxonMobil/Esso, Markt, Mineralölgesellschaft, Oberlandesgericht, Oligopol, Preisschwankung, Raffinerie, Shell, Tankstellen, Total, Verkauf | Einen Kommentar schreiben

BGH: Neun-Jahres-Strafmaß wegen Kindesentführung und Erpressung rechtskräftig

Von Julia Brunnengräber am 27. Dezember 2011

Ein zuvor nicht vorbestrafter Mann – für eine Kindesentführung zwecks Gelderpressung verantwortlich – und derweil als Täter für die Dauer von neun Jahren inhaftiert, erhob Einspruch gegen sein ihm auferlegtes Strafmaß.

Wegen Kindesentführung und Erpressung verurteilt

In Kleinmachnow hatte er ein Kind im Alter von vier Jahren vor dessen Elternhaus entführt und Lösegeld von der Familie gefordert. Unter Beobachtung und mit Hilfe der Polizei übergaben die Eltern die von dem Täter verlangten 60.000 Euro. Daraufhin gab er das Kind frei und wurde von der Polizei anschließend festgenommen. Das er jetzt zu neun Jahren Haft verurteilt ist, fand er nicht gerechtfertigt.

 Weiterlesen... (Geschätzte 51 Sec Lesezeit)

Geschrieben in Strafrecht | Tagged Bewaffnung, Bundesgerichtshof, Einspruch, erpresserischer Menschenraub, Erpressung, Inhaftierung, Kindsentführung, Lösegeld, Maskierung, räuberische Erpressung, Straßmaß, Urteil | 1 Antwort

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