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Rechtsanwälte
Handelsrecht
Das Handelsrecht regelt die Rechtsverhältnisse zwischen Kaufleuten und wird im Handelsgesetzbuch deshalb als „Sonderprivatrecht der Kaufleute“ bezeichnet. Manch ein Rechtsanwalt beschreibt das Handelsrecht auch als die Gesamtheit aller Normen, die das Unternehmen betreffen. Unternehmen sind für das Handelsrecht von besonderer Bedeutung, da sie eine eigenartige Stellung im Verkehrsleben innehaben. Obwohl das Handelsrecht auch öffentlich-rechtliche Regelungen enthält, ist es ein Teilgebiet des Privatrechts.
Das Handelsrecht beinhaltet Vorschriften über die Rechtsbeziehungen des Kaufmanns zu seinen Geschäftspartnern. Darüber hinaus gibt das Handelsrecht Regeln bezüglich der wettbewerbs- und gesellschaftsrechtlichen Beziehungen eines Kaufmanns zu anderen Unternehmern vor. Ein Rechtsanwalt, der sich während seines Studiums mit der Geschichte des Handelsrecht auseinandergesetzt hat, weiß, dass das deutsche Handelsrecht auf das Allgemeine Deutsche Handelsgesetzbuch von 1861 zurückgeht. Dieses stellt die erste Kodifikation des deutschen Handelsrecht dar.
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Im Handelsverkehr ist es häufig unabdingbar, schnell und unkompliziert zu handeln. Aus diesem Grund wird oftmals auf die formelle Fixierung verzichtet. Man setzt im Handelsrecht vielmehr auf die Selbstständigkeit der Kaufleute, die durch ihre Handelserfahrung weniger gesetzlichen Schutz bedürfen. Nichtsdestotrotz treten bei Handelsgeschäften im Rahmen des Handelsrecht immer wieder rechtliche Unklarheiten auf, die man möglichst schnell beseitigen sollte. Hierbei wird Ihnen ein auf Handelsrecht spezialisierter Rechtsanwalt tatkräftig zur Seite stehen.
Wissenswert ist außerdem, dass das Handelsrecht stark privat gestaltet und international beeinflusst ist, denn im Handelsrecht gelten viele internationale Vereinbarungen. Ein Rechtsanwalt für Handelsrecht sollte sich also auch mit Teilen des Internationalen Rechts auskennen.
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Urteile
  • Ungerechtfertigte Abmahnung trotz unerwünschter Werbe-E-Mails
    Nach der überwiegenden Rechtsprechung und der Neuregelung des Wettbewerbsrechts im Juli 2004 ist die unaufgeforderte Zusendung von Werbe-E-Mails unzulässig und damit wettbewerbswidrig, sofern der Empfänger der Zusendung nicht ausdrücklich oder zumindest konkludent durch sein Verhalten zugestimmt hat. Wer hiergegen verstößt, kann auf Unterlassung in Anspruch genommen werden. Dabei wird eine Wiederholungsgefahr des wettbewerbswidrigen Verhaltens vermutet.


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  • Ungesicherte Kreditvergabe durch Geschäftsführer
    Vergibt der Geschäftsführer einer Immobiliengesellschaft an eine ausländische Familie einen Kredit ohne ausreichende Sicherheiten, obwohl laut Gesellschafterabsprache Kredite nur bei Sicherung durch Grundpfandrechte vergeben werden dürfen, so haftet er der Gesellschaft für den entstandenen Schaden, wenn der Kreditnehmer zur Rückzahlung nicht in der Lage ist.

    Urteil des LG Köln vom 20.03.1998
    87 O 148/97

    NJW-RR 2000, 1056
  • Ungewöhnliche Anwaltswerbung: gehörnter Stier wegen Selbstanpreisung úntersagt
    Ein Rechtsanwalt führte als Logo auf seinem Briefkopf die Abbildung eines "dem Betrachter zugewandten, gehörnten Stiers". Das Landgericht Düsseldorf untersagte diese Art der "Werbung". Dabei ließ es das Gericht ausdrücklich offen, ob das verwendete Symbol als "Hornochse" oder als "kämpfender Stier" zu sehen war. Jedenfalls erkannte es in der Verwendung der Abbildung eine unzulässige Selbstanpreisung des Rechtsanwalts, mit der bestimmte unzulässige Persönlichkeitsmerkmale vermittelt werden sollten.

    LG Düsseldorf vom 09.12.1998; Az.: 34 O 169/98
  • Ungünstige Kreditauskunft für GmbH-Geschäftsführer
    Daten, die die Kreditwürdigkeit eines Geschäftsführers in Frage stellen, dürfen nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart von Wirtschaftsauskunfteien grundsätzlich aus allgemein zugänglichen Quellen gesammelt, gespeichert und an Nachfrager weitergeleitet werden. Dies wurde damit begründet, dass der Persönlichkeitsschutz bei einer gewerblichen Tätigkeit nicht soweit reicht wie der Schutz des privaten Bereichs.
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  • Ungünstige " Wunschkredite"
    Eine Bank in Nordrhein-Westfalen bot in Zeitungen angeblich besonders günstige ' Wunschkredite' an. Ein Ehepaar schloss daraufhin einen Darlehnsvertrag ab. Später stellte sich heraus, dass der 'Wunschkredit' tatsächlich um gut DM 36.000 teurer als ein vergleichbarer und marktüblicher Ratenkredit war. Das Ehepaar fühlte sich geprellt und zog vor Gericht.

    Zunächst stellte das LG Darmstadt fest, dass eine Bank grundsätzlich nicht verpflichtet ist, einen Kreditinteressenten ungefragt auf die Unzweckmässigkeit der gewählten Kreditart hinzuweisen.
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